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Berg-

 

Milchvieh

 
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Milchvieh wird Mutterkuh

BETRIEB PFLÜGL

Der hohe Zeitaufwand für die Milchproduktion und die geringe Wirtschaftlichkeit waren für Hubert Pflügl die ausschlaggebenden Gründe, die Milchwirtschaft auf seinem Betrieb aufzugeben. In der Mutterkuhhaltung sah er eine Möglichkeit, bei vermindertem Arbeitsaufwand die Grünlandflächen des Betriebes weiter zu bewirtschaften.

 

Betrieb vor der Neuausrichtung

Vor der Umstellung gab es auf dem Betrieb Pflügl durchschnittlich 10 Milchkühe und 20 Jungrinder. Die Milch der Kühe wurde an die Molkerei geliefert. Zusätzlich gab es Hühner und Schweine für den Eigenbedarf. Am Betrieb waren zwei Personen in Vollzeit tätig. Das Haushaltseinkommen wurde aus der Land­ und Forstwirtschaft lukriert.

 

Schritt für Schritt neu strukturiert

Der zeitliche Aufwand für die Milchviehhaltung erschien Hubert Pflügl im Verhältnis zum Einkommen sehr hoch. Als er den elterlichen Betrieb übernahm, wuchs daher der Wunsch nach einer Möglichkeit, die vorhandenen Grünlandflächen mit geringerem Arbeitsaufwand zu bewirtschaften.

Umstellung mit Unsicherheiten

Die Umstellung von Milch­ zu Mutterkuhhaltung ging im Vorfeld mit gewissen Bedenken einher. Das Milchgeld fiel damit weg und das landwirtschaftliche Einkommen war nur mehr vom Erlös des Kälberverkaufs abhängig. Außerdem stand nun auch keine Milch mehr für den Eigenbedarf zur Verfügung.

Milchkuh wird Mutterkuh

Eine umfassende Planung ging der Betriebsveränderung nicht voraus. Es war unklar, wie sich die Milchkühe als Muttertiere machen würden und ob es zu Eutererkrankungen kommen würde, wenn die Kälber nach der Geburt weniger Milch aufnehmen. Glücklicherweise hatten die Kühe keinerlei Probleme mit der Umstellung vom Melken auf das Kälbersäugen. Der Prozess verlief ohne Schwierigkeiten.

Erfahrungsaustausch hat Sinn

Hubert Pflügl meint: „Im Nachhinein gesehen wäre ein intensiverer Erfahrungsaustausch mit anderen Mutterkuhhaltern im Vorfeld vorteilhaft gewesen.“ Seit 2018 ist der Betrieb nun Mitglied beim Arbeitskreis Mutterkuhhaltung.

 

Aktuelle Betriebsführung

Auf dem Betrieb Pflügl werden derzeit durchschnittlich elf Mutterkühe und 13 Stück Jungvieh gehalten. Die Kühe gehören großteils der Rasse Fleckvieh an. Gedeckt wird mit einem Blonde d’ Aquitaine­-Stier. Die Kälber werden als Einsteller, Jungrinder oder als Mast­-Kalbinnen über einen Viehhändler verkauft. Während der Vegetationsperiode sind die Tiere ganztägig auf der Weide. Für den Eigenbedarf gibt es noch ein paar Hühner am Hof.

 

Arbeitszeit

Am ehemaligen Milchviehbetrieb waren zwei Arbeitskräfte Vollzeit tätig. Die Mutterkuhhaltung ist zeitlich weniger aufwändig. Nun sind zwei Personen ca. 25 Wochenstunden und eine weitere Arbeitskraft zehn Wochenstunden am Betrieb beschäftigt.

 

Grafik Arbeitszeit

 

Einkommen

Das Haushaltseinkommen vor der Umstellung kam aus der Land­- und Forstwirtschaft. Durch die Umstellung auf Mutterkuhhaltung hat sich die Einkommenssituation verändert. Jetzt ist es möglich, dass zwei Personen zusätzlich zur Arbeit am Hof noch Vollzeit einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen. Die dritte Person arbeitet neben der Arbeit am Betrieb zusätzlich 20 Wochenstunden auswärts.

 

Grafik Einkommen

 

Investitionen und arbeitswirtschaftliche Organisation

  • Die vorhandenen Maschinen können weiter verwendet werden (2 Traktoren, Ladewagen, Mähwerk, Schwader, Kreisler, Güllefass und Miststreuer).
  • Die bestehenden Gebäude, wie die Gerätehalle, das Heulager und der Fahrsilo, werden weiter genutzt.
  • Der Stall wurde für die Mutterkuhhaltung geringfügig adaptiert.
  • Ankauf von Futterraufe, diverses Aufstallungs­ sowie Weidezaunmaterial, Kosten: € 5.000

Durch hohe Eigenleistung konnten die Investitionen niedrig gehalten werden.

 

Blick in die Zukunft

Es ist angedacht, das Stallgebäude zu erneuern oder umzubauen.

Tipp von Betrieb zu Betrieb

„Das Verhältnis von Wirtschaftlichkeit zu Arbeitsanfall im Auge haben! Überlegen, ob eine Kombination mit weiteren Betriebszweigen – zum Beispiel Direktvermarktung oder Urlaub am Bauernhof – für eine höhere Wertschöpfung Sinn machen könnte!“ 

 

Niederösterreich | Scheibbs

konventioeneller Betrieb

500 m Seehöhe

Ø Niederschlag/Jahr: 900 mm 

19 ha Grünland

8 ha Wald

 

vorher

nachher

10 Milchkühe

20 Jungrinder

11 Mutterkühe

13 Stk. Jungvieh

1 Stier

Forstwirtschaft

Forstwirtschaft

 

Ausbildungen im Rahmen der Betriebsveränderung

Arbeitskreis Mutterkuhhaltung

 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus