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EIP Projekt

 

Berg-

 

Milchvieh

 
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Innovative Details

WESENTLICHE DINGE IM KLEINEN

Bei der Planung und Beratung ist eine große Linie oft rasch gefunden. Geht man dann aber in die Tiefe, stellt auf einmal das, was gerade noch klar und einfach er schienen ist, fast unüberwindbare Hindernisse dar. Aufs Große und Ganze zu schauen, ist richtig und wichtig, aber die wirklich entscheidenden und für ein klagloses Funktionieren wesentlichen Dinge liegen im Kleinen. Daran erkennt man, ob es sich um eine gut durchdachte Planung oder nur um eine optisch originelle Idee handelt.

 

Futtertisch und Fressbereich

Für jedes Tier sollte ein Fressplatz vorhanden sein und der Futtertisch gegenüber dem Standniveau der Tiere um ca. 25 cm höher liegen, um den Weideschritt auszugleichen. Fressgitter sind am besten zum Futtertisch hin um 15 bis 20° geneigt, damit die Tiere bei der Futteraufnahme entspannt stehen können.

Für den Fressplatz kommen unterschiedliche Varianten in Frage. Dieser wird je nach Platzangebot entweder als breiter, befahrbarer Futtertisch oder als schmaler Futtertrog ausgeführt.

 

Liegebereich

Auch beim Selbstbau von Liegeboxen ist darauf zu achten, dass ausreichend Freiräume nach vorne und zur Seite eingehalten werden und eine korrekte Anordnung der Steuerelemente (Bugschwelle, Nackenriegel, Stirnriegel) eingehalten wird. Für Trennbügel aus Holz soll die lichte Weite für die vorgeschriebene Boxenbreite (und nicht das Achsmaß) herangezogen werden.

Siehe ÖKL-Merkblatt Nr. 48 „Liegeboxenlaufstall für Milchvieh"

 

Entmistung

Die Entmistung der Laufflächen erfolgt entweder händisch (z.B. Balkenmäher mit aufgebautem Holz-/Gummischild), mobil mit Front- und Heckschieber bzw. –schaufeln, mechanisch mit Schieberanlagen oder mit Roboterentmistung, die auch verstärkt in kleineren Ställen zum Einsatz kommt.

 

Tränken

Tränken können am Fressplatz oder an anderen leicht zugänglichen Stellen situiert werden.

 

Kratzbürsten

Kratzbürsten an gut zugänglichen Orten bieten den Tieren die Möglichkeit zur selbständigen Fellpflege und verbessern so ihr Wohlbefinden. Montagehöhe = durchschnittliche Widerristhöhe.

 

Melkbereich

Der Side-by-Side Melkstand wird häufig bei geringem Platzbedarf eingesetzt. Bei Umbaulösungen sehr kleiner Betriebe ist auch der Butterfly-Melkstand eine Option (keine Melkgrube, geringe Baukosten). In neugebauten Ställen werden bereits auch für Kleinbestände Melkroboter eingesetzt; diese Variante ist betriebswirtschaftlich und bzgl. Tierumtrieb aber sehr genau zu prüfen.

Siehe ÖKL-Merkblatt Nr. 51 „Melkstandanlagen"

 

Lüftung und Luftführung

Eine offene Bauweise ist kostengünstig. Die Wandausführung soll viel Licht und Luft in den Stallbereich hineinlassen und gleichzeitig ein wirksamer Windschutz sein. Dazu bieten sich Konstruktionen mit verstellbaren Holzlamellen (Vertikaljalousien), Windschutznetze und Rollwände aus Planen (Curtainsysteme) etc. an.

 

Kälberhaltung

Im Rahmen dieses EIP-Projekts wurde ausschließlich die Haltung der Milchkühe untersucht und behandelt. Trotzdem soll auf die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Kälberhaltung hingewiesen werden. Denn gerade Betriebe mit kleinen Milchkuhbeständen haben oft große Schwierigkeiten, eine richtlinienkonforme und tiergerechte Kälberhaltung zu ermöglichen. Wenn also Überlegungen zum Stallbau angestellt werden, wäre das spätestens der richtige Zeitpunkt, sich auch über die Haltung der Kälber Gedanken zu machen.

Das Auslagern der Kälber aus den oft zu warmen, schlecht belüfteten, aber auch dunklen Stallräumen wäre dann sicherlich überlegenswert und würde arbeitstechnisch, aber auch bzgl. des Tierwohls viele Vorteile bringen.

Zurzeit werden auch völlig neue Haltungsformen erprobt (mutter- oder ammengebundene Kälberhaltung); diese werden zukünftig das Angebot an herkömmlichen Aufstallungsformen zusätzlich erweitern. In der Kälberhaltung vollzieht sich zurzeit ein großer Wandel und die Chance, diese bei der Neuausrichtung im Rinderstall zu berücksichtigen, sollte daher unbedingt genutzt werden.

Siehe ÖKL-Merkblatt Nr. 23 "Kälberhaltung".

 

Selbstgebautes aus Holz

Mit handwerklichem Geschick und Kreativität lassen sich oft bestimmte Detaillösungen (z.B Liegeboxenbegrenzungen, Futterraufen, Heurutschen, …) kostengünstig in Eigenleistung herstellen.

 

Tipp

"Eine große Rolle spielen natürlich immer auch das Betriebsmanagement und die Tierbetreuung!"

 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus