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Stufen und Rampen

BEREICHE MIT BESONDEREN HERAUSFORDERUNGEN

Einen Laufstall oder einen Auslauf im steilen Gelände bauen zu müssen, bedeutet immer einen erhöhten Einsatz von Beton. Berg- und Stützmauern gehören zu den kostenintensivsten Bauteilen eines Stalles. Wenn hier gespart werden kann, hat das auf die Gesamtkosten eine große Wirkung. Manchmal wird erst durch den Einsatz von Stufen und Rampen die Möglichkeit geschaffen, einen Stallbau sinnvoll realisieren zu können.

Grundsätzlich birgt ein Stall ohne Stufen für die Tiere am wenigsten Verletzungsgefahr; ein Stall ohne Stufen ist aber selten und meist nur der Idealfall.

 

Für den Einbau von Treppen und Rampen bzw. zur Planung eines Stalls auf mehreren Ebenen ist es wichtig zu verstehen, wie sich Rinder in ihrer Umgebung orientieren, wie sie sehen und „Kleinigkeiten“ bereits als Hindernisse wahrnehmen. Durch ihr großes Gesichtsfeld von 330 Grad, das durch die seitliche Lage der Augen möglich ist, können sie Bewegungen aus beinahe allen Richtungen wahrnehmen (Ausnahme: toter Winkel unmittelbar hinter dem Tier). Im Gegensatz dazu ist das räumliche Sehen nur in einem begrenzten Bereich von 30 Grad möglich, wo sich die Gesichtsfelder der Augen überlappen.

Hingegen werden im großen Bereich des einäugigen Sehens nur Bewegungen wahrgenommen, Abgrenzungen sowie Konturen schlecht erkannt und Umrisse unscharf gesehen. Schon ein Licht-Schattenwechsel kann für ein Hindernis gehalten werden. Auch das Farbsehen unterscheidet sich grundlegend von dem des Menschen (dichromatisch = nur Grün und Blau). Rinder sehen also eher schlecht.

Man kann den Kühen ruhig einiges zutrauen, müssen sie doch auf Weiden und Almen gewisse Hürden und Höhenunterschiede überwinden. Aber es soll nie vergessen werden, dass Wegstrecken mit Stufen oder Rampen sicher, ruhig und ohne Stress für die Kuh begehbar gestaltet werden müssen.

Wichtig ist daher zu unterscheiden, ob Stufen oder Rampen nur ein- bis zweimal am Tag begangen werden müssen, zum Beispiel zum Weidegang, oder ob es sich um Wege handelt, die sehr oft benützt werden, weil sie in den Ablauf des Stalls integriert sind. Bei Stufen gilt es, das richtige Verhältnis von Auftritt zu Stufenhöhe einzuhalten. Ein in der Praxis erprobtes und bewährtes Stufenmaß ist:

  • Auftrittslänge: 140 bis 145 cm
  • Stufenhöhe: 20 bis 25 cm

So ist gewährleistet, dass die Kuh die Steigung zügig überwinden kann. Ob Stufen und Rampen angenommen werden, hängt von einer rutschfesten und sicheren Bodenausbildung ab. Betonböden werden im Laufe der Jahre rutschig. Empfoheln wird daher, von Beginn an Stufen und Rampen mit Gummimatten auszustatten. So wird die Sicherheit erhöht, was auch die Akzeptanz bei den Kühen steigert. Perforierte Böden, welche die Sauberkeit verbessern, sind auch möglich, wobei hier auch Gummimatten von Vorteil sind. Grundsätzlich gehen Rinder lieber bergauf als bergab und ziehen Stufen einer Rampe vor. Rampen bedeuten für Rinder undefinierte Hindernisse, die schwer abgeschätzt werden können und unüberwindbar scheinen.

Daher wird oft versucht, dieses „Hindernis“ ungestüm zu überspringen. Sogar eine unscheinbare, kurze Rampe stellt für ein Rind eine größere Herausforderung dar als mehrere, hintereinanderliegende Stufen. Auch den Tieren längst bekannte Rampen werden nie ganz akzeptiert. Daher wird vom Einbau abgeraten. Wenn eine Rampe jedoch unvermeidbar ist, sollte sie sehr flach mit einer Neigung von maximal 10 Grad ausgeführt werden.

Auslaufbereiche können ebenfalls mit geringem Gefälle ausgeführt werden, wenn ein Höhenunterschied − zum Beispiel zwischen Fressbereich und Liegebereich − zu überwinden ist (siehe Betrieb Schlaffer).

Rinder sehen schlecht

großes Gesichtsfeld von 330 Grad durch seitliche Lage der Augen

Wahrnehmung v.a. von Bewegungen aus fast allen Richtungen,

Abgrenzungen werden aber schlecht erkannt,

Umrisse werden unscharf gesehen.

toter Winkel unmittelbar hinter dem Tier
räumliches Sehen nur in begrenztem Bereich von 30 Grad
Licht-Schattenwechsel kann als mögliches Hindernis gesehen werden.

dichromatisches Farbsehen

(nur Farben Grün und Blau)

 

 

 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus