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Auslaufgestaltung

VOM AUSLAUF ZUM AUSLAUFSTALL

Im Zuge der Abfrage zum Stallbauprojekt wurden auch Daten zu Auslauf und Weide erhoben. Von der Art der Bewirtschaftung ergibt sich ein ausgeglichenes Bild:

19 Betriebe werden biologisch und 13 Betriebe konventionell bewirtschaftet. 28 von 32 Betrieben bieten den Kühen einen Auslauf an, nur bei vier Betrieben wird auf diesen Freibereich verzichtet. Sowohl, was die Größe der angebotenen Fläche als auch den für Biobetriebe wichtigen Überdachungsgrad betrifft, erfüllen die Auslauf-Betriebe alle Kriterien.

Das ergibt somit ein überraschend positives Bild und zeigt die hohe Akzeptanz für den Auslauf. Eine zusätzliche „Ausgestaltung“ des Auslaufs mit einer Tränke, Bürste, Futterraufe usw. erhöht natürlich die Attraktivität dieses Bereiches für die Kühe enorm. Dies kann Schritt für Schritt bis zur kompletten „Möblierung“ mit allen Elementen eines Laufstalles führen.

Befestigte Ausläufe sollen zu mindestens 80 % mit geschlossenem Boden (planbefestigt) ausgeführt sein und über ein Gefälle für den Harnabfluss verfügen. Eine Entmistungsmöglichkeit für ein häufiges Reinigen der Fläche soll vorhanden sein.

 

Auslaufvarianten

Kein Auslauf

Die Gründe, auf einen Auslauf zu verzichten, sind unterschiedlich. Einmal ist es die sehr beengte Lage des Hofes mitten im Dorf, eine sehr eingeschränkte Situation bedingt durch Verkehrswege, eine extrem steile Hanglage oder der Betrieb verzichtet sowohl auf den Auslauf als auch auf die Weidehaltung nach der Umstellung auf die Laufstallhaltung.

Separater Auslauf (teilweise "möbliert")

Auf 17 Betrieben gibt es einen vom Stall getrennten Auslauf unabhängig von der Art der Aufstallung (Anbinde- oder Laufstallhaltung). Diese Ausläufe sind in ihrer Größe pro Kuh zumeist sehr großzügig ausgeführt. Die durchschnittlich angebotene Auslauffläche pro Kuh beträgt um die 8 m², was der Empfehlung bei Kombination mit einem Anbindestall entspricht. Bei Kombination mit einem Laufstall sind für einen permanent zugänglichen Auslauf mindestens 4,5 m² erforderlich. Bei den meisten dieser Ausläufe ist keine Überdachung vorhanden. Bei drei Betrieben ist der Auslauf zu maximal 35 % der Auslauffläche überdacht.

„Integrierter“ Auslauf

Bei acht Betrieben kommt die Variante des „integrierten“ Auslaufs vor, der in den täglichen Bewegungsabläufen der Tiere (z.B. vom Liegen zum Fressen) automatisch mitbenutzt wird. Auch bei diesem System gibt es (bis auf zwei Betriebe) kein Problem mit der Größe und dem Überdachungsanteil des Auslaufs; bei den meisten Betrieben wird auch Weidehaltung betrieben.

„Auslaufstall“ (gänzlich "möbliert")

Auf drei Betrieben wird diese spezielle Art der Auslaufführung praktiziert. Der Name weist schon auf die besondere Ausgestaltung des Freibereichs hin. Der Auslauf wird mit allen Ausstattungselementen eines Laufstalls - wie Tränken, Bürsten, Futterstellen und Liegebereiche - "möbliert" und somit ein Laufstall im Freien nachgebaut. Ein derart gänzlich „möblierter“ Auslauf wird besonders interessant, wenn die Verweildauer der Kühe übers Jahr, insbesondere im Winter, betrachtet wird. Die Ausläufe werden nämlich fast das gesamte Jahr hindurch genutzt.

Nur in extremen, wetterbedingten Ausnahmesituationen und eher als psychologische Absicherung wird noch auf den bestehenden Anbindestall zurückgegriffen. Dieser wird also fast nur mehr während der Melkzeit benutzt. Erfahrungen zeigen, dass die Kühe im Jahr entweder kein einziges Mal oder bis max. 21 Tage im Anbindestall gehalten werden. Die weitaus größere Zeit sind sie ständig im „Auslaufstall“ oder während der Vegetationszeit auf der Weide.

Beispiele für den Auslaufstall: Betrieb Kirchner, Betrieb Schlaffer

Der Auslaufstall

Gerade für kleinere Betriebe stellt diese Lösung eine große finanzielle Entlastung dar.

 

"Möblierung" mit allen Ausstattungselementen eines Laufstalls

Tränken

Futterstellen
Bürsten
Liegebereiche

 

Vorteile

viel Bewegung
hohes Maß an Frischluft
vergleichbar mit „echtem“ Laufstall
sehr gute Mensch-Tier-Beziehung

 

Anmerkung

"Es wird zu diskutieren sein, ob ein auf diese Art und Weise über die Jahre gewachsener Auslauf einem Laufstall gleichgesetzt werden kann. Da der Anbindestall nur bei außerordentlicher Witterung genutzt wird, könnte die Nutzung der Anbindestände dokumentiert und ein maximal erlaubter Wert festgelegt werden."