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EIP Projekt

 

Berg-

 

Milchvieh

 
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Allgemeine Überlegungen

Insbesondere die Bergregionen Österreichs sind geprägt von kleinen bäuerlichen Betrieben. Seit Generationen wird auf den Höfen Milchviehhaltung mit oft weniger als zehn Milchkühen betrieben. Milch- und Jungvieh werden dort meist noch in den Wintermonaten in Anbindehaltung gehalten, in Kombination mit Weide bzw. Almweide im Sommer (Kombinationshaltung). Die Kombinations- bzw. Anbindehaltung gilt als nicht mehr zeitgemäß, ein Umbau zum Laufstall ist aber für diese Betriebe oft unrentabel oder aufgrund der Lage ganz unmöglich.

So kommt es zu der bedauerlichen Entwicklung, dass viele Betriebsinhaber ihre Höfe stilllegen und gänzlich aus der Landwirtschaft aussteigen. Andererseits gibt es aber immer wieder Bäuerinnen und Bauern, die ihre Höfe als landwirtschaftliche Betriebe erhalten wollen.

 

Aus den Erfahrungen anderer lernen

Anhand von 10 Betriebsporträts wollen wir Anregungen geben und Infos bieten, wie alternative Betriebsentwicklungen aussehen können und welche Erfahrungen bei der Umstellung gemacht wurden. Gemeinsam ist allen Betrieben, dass sie trotz Aufgabe der Milchviehhaltung die hofzugehörigen Grünlandflächen im Berggebiet weiter bewirtschaften.

Der Ausstieg aus der Milchviehhaltung war dabei nicht zwingend ein Ausstieg aus der Rinderhaltung: Mutterkuhhaltung, Rindermast oder Pensionsviehhaltung – die Möglichkeiten sind breit gestreut. Es gibt auch naheliegende und weniger arbeitsintensive Alternativen zur Rinderhaltung wie die Mutterschafhaltung oder der Umstieg auf eher exotische Tiere wie Alpakas. Auch Gemüsebau kann unter Umständen in das Berggebiet passen, genauso wie Geflügelhaltung auch in steileren Lagen erfolgreich umgesetzt werden kann.

 

Unterstützung suchen

Oft muss man weit über den üblichen Horizont hinausdenken, kreativ sein und auch Alternativen in Betracht ziehen, die nicht direkt auf der Hand liegen. Wer die üblichen Pfade verlässt und ganz neue Wege beschreitet, braucht eine Leidenschaft für's Neue, viel Mut und oft einen langen Atem. Mit Begeisterung allein ist es dabei nicht getan: Eine umfassende Beratung inklusive Abklärung von Chancen und Risiken, Austausch mit Berufskollegen und die Besichtigung anderer Betriebe sind im Vorfeld wesentlich.

Auch die Wünsche der Kundinnen und Kunden sowie Absatzchancen müssen, zusätzlich zu rechtlichen Belangen, besonders im Auge behalten werden. Weiterbildung ist ein Schlüsselelement für die Betriebsentwicklung. Nur wer sich Wissen aneignet und auf unterschiedlichste Weise anwendet, wird erfolgreich sein!

 

Chancen und Risiken

Eine Betriebsumstellung bietet viele Chancen, sowohl in Hinblick auf den wirtschaftlichen Erfolg, aber auch was die persönliche Weiterentwicklung betrifft. Sie ist aber immer auch mit einem Risiko verbunden. Das Für und Wider sollte daher im Vorfeld trotz aller Begeisterung gut überlegt werden. Bei den Betriebsbefragungen kristallisierten sich einige wesentliche Aspekte heraus:

  • Ein breit aufgestellter Betrieb mit mehreren unterschiedlichen Betriebszweigen reduziert das finanzielle Risiko des Gesamtbetriebes. Zu beachten ist, dass dabei aber auch der Arbeitsaufwand steigt.
  • Auch die Kombination von Landwirtschaft mit zusätzlicher außerlandwirtschaftlicher Tätigkeit schafft Stabilität und Sicherheit für die am Betrieb lebenden Personen.
  • Bei Nischen“produkten“ (z.B. bei in Österreich kaum üblichen Tierarten) sollte man den Gesichtspunkt nicht außer Acht lassen, dass die Nachfrage eventuell in einigen Jahren gedeckt sein könnte.
  • Oft ist es empfehlenswert, in einen neuen Betriebszweig zuerst „klein“ einzusteigen und damit Erfahrungen zu sammeln. Ein Ausbau des Betriebszweigs ist dann sinnvoll, wenn es im Kleinen gut läuft und größere Nachfrage besteht.
  • Vor jeder Betriebsumstellung ist die Evaluierung der Kundennachfrage grundsätzlich sinnvoll – es macht keinen Sinn, an den Wünschen der Kundinnen und Kunden vorbei zu produzieren.
  • Freude am Umgang mit anderen Menschen ist für die meisten alternativen Betriebsentwicklungen notwendig.
  • Hohe Investitionen sollten nur nach umfassender Inanspruchnahme von Beratung (Markt, Recht, Finanzkonzept etc.) erfolgen.
 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus