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EIP Projekt

 

Berg-

 

Milchvieh

 
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Kompoststall unter schwierigen Bedingungen

BETRIEB MAUSER

In den letzten Jahren ist der sogenannte „Kompoststall“ neu hinzugekommen, eine Variante, bei der die Kühe auf einer großen freien Liegefläche untergebracht werden. Diese Art der Aufstallung kommt dem Verhalten der Tiere sehr entgegen und ist der Weide ähnlich. Die Führung eines solchen Stalles erfordert jedoch viel Erfahrung und ist je nach Jahreszeit auch unterschiedlich zu handhaben.

Lage

Lageplan

 

Baumaßnahme (2018)

Der Betrieb hat die Herausforderung "Kompoststall" angenommen und bietet den Milchkühen eine 265 m² große Kompostfläche an. In sehr schwieriger Lage wurde ein bestehender Stall durch Um- und Zubauten zu einem Laufstall mit integriertem Auslauf erweitert. Bedingt durch den begrenzten Platz und die schwierige Zufahrt wurde die Milchkammer einfach auf die obere Etage verlegt. Auch die Kälber folgten auf diese Ebene und können somit leichter und ohne Einschränkungen bestens betreut werden. 

Der Stall liegt am Rande der Ortschaft und ist schon einmal aus dem Ortskern verlegt worden. Das Wohnhaus befindet sich aber noch immer mitten im Ort. Somit weist der Stall ein weiteres außergewöhnliches Merkmal auf, das aber durch den Einsatz von Kameras im Tierbereich sehr gut gelöst werden kann.

 

Schnitt

Schnitt

 

Grundriss

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Grundriss

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Tierwohl

Haltung

Die Milchkühe sind in einem Kompoststall mit einer geräumigen freien Liegefläche untergebracht. 170 Tage im Jahr verbringen die Kühe auf der Weide. Die Parameter Flächenangebot, Liegeplatzgestaltung, Bewegungsfläche und Fressplatz werden als sehr tiergerecht bewertet. Die Wasserversorgung wird durch drei kleine Trogtränken sichergestellt – aufgrund der etwas zu geringen Anzahl wird diese als mittelmäßig eingestuft. Der offene Stall bietet den Tieren ein umfassendes Licht- und Luftangebot.

Management

Am Betrieb wird eine sehr gute Mensch-Tier-Beziehung gepflegt. Den Tieren steht rund um die Abkalbung eine Abkalbebucht zur Verfügung. Hinsichtlich Tiergesundheit befinden sich die Kühe in einem zufriedenstellenden Bereich. Der sauber geführte Stallbereich bietet gute Voraussetzungen dafür. Betreffend Herdenstruktur besteht Verbesserungspotenzial. Der Anteil an Kühen mit mindestens fünf Abkalbungen liegt im Bereich zwischen 10 und 20 %.

Tier

Bei sämtlichen tierbezogenen Indikatoren wurde der Höchstindexwert erreicht – Hautschäden und Gelenksveränderungen, Klauenzustand, Haut und Haarkleid sowie Ernährung wurden bestens eingestuft. In den Bereichen Sauberkeit der Tiere und Lahmheiten besteht noch eine Möglichkeit zur Verbesserung. Der Betrieb befindet sich jedoch bereits auf einem sehr guten Niveau.

Gesamt-Index

Am Betrieb steht den Tieren durch das Angebot des Kompoststalles in Kombination mit Weidehaltung während des Sommers ein sehr großes Flächenangebot zur Verfügung. Die Herausforderung, den sehr geräumigen Liegebereich sauber zu halten, gelingt sehr gut. Bestes Management ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Kompoststall. Die Funktionalität des Systems zeigt sich in der zufriedenstellenden Sauberkeit des Haarkleids. Lediglich am Spaltenboden des Fressbereichs besteht noch ein Verbesserungspotenzial bei der regelmäßigen Reinigung.

 

Ammoniak-Emissionen

Der Betrieb befindet sich bereits auf einem niedrigen Emissionsniveau. Es gibt keine explizit zu erwähnenden emissionserhöhenden Maßnahmen.

Emissionsmindernd

wirkt der Kompoststall, wo Kot und Harn getrennt anfallen. Die Emissionen können dadurch sehr gering gehalten werden. Außerdem tragen die Weidehaltung an 170 Tagen im Jahr, die Verdünnung der Gülle mit Wasser im Verhältnis 1:1, das fest abgedeckte Güllelager und das seltene Aufrühren der Gülle zum niedrigen Emissionsniveau bei.

Verbesserungspotenzial

Der Kompost wird unter anderem während der Vegetationsperiode ausgebracht. Im Vergleich zu Mist wirkt dieser emissionsneutral – es entstehen auch bei wärmeren Temperaturen keine zusätzlichen Emissionen.

 

Betriebswirtschaftliche Beurteilung

Investitionskosten

Die Gesamtinvestitionskosten für den Um- und Zubau beliefen sich auf 347.000 Euro für 22 Milchkühe. Eine Investitionsförderung von ca. 90.000 Euro konnte die Gesamtfinanzierungssumme reduzieren. Damit ergeben sich Investitionskosten je Kuhplatz vor Abzug der Investitionsförderung von 15.800 Euro und nach Abzug der Förderung von 11.700 Euro.

Stallarbeitszeit

Die Stallarbeitszeiten konnten je Kuh deutlich reduziert werden. Die tägliche Stallarbeitszeit ist leicht gestiegen, da die Kuhzahl durch die Investition gestiegen ist. Legt man die Investitionskosten nach Abzug der Investitionsförderung je Kuhplatz auf die reduzierte Arbeitszeit je Kuhplatz um, so konnte jede reduzierte Arbeitsstunde mit 470 Euro an Investitionskosten erzielt werden.

Tipp von Betrieb zu Betrieb

"Nicht nur auf den Stall schauen, sondern den ganzen Betrieb im Blick behalten!"

 

Salzburg | Lungau

Karte

biologisch, Nebenerwerb

1.122 m Seehöhe,
102 Erschwernispunkte

mittelsteile Hofstelle
17 ha Grünland, 32 ha Alm und 4,2 ha Wald

 

Tiere

vorher

nachher

Milchkühe

15

22

Kälber

4

4

Jungrinder

10

0

Zuchtkalbinnen

2

0

 

tatsächlich abgelieferte Milch

vorher

nachher

kg je Kuh

7.000

7.000

 

Stunden Arbeitszeit

vorher

nachher

je Kuh pro Jahr

ohne Nachzucht

70

45

Stall und Melken pro Tag

3,29

3,32

 

Um- und Zubau Kompoststall

Brutto-Investitionskosten

für Milchkühe

€307.000

Brutto-Investitionskosten

für Jungvieh (Unterbau)

€40.000

Investitionsförderung

€90.000

Brutto-Stallplatzkosten

pro Milchkuh inkl. Nachzucht

€15.800

Investitionskosten

je reduzierter Arbeitsstunde pro Kuhplatz inkl. Nachzucht

€470

 

Tierwohlpotenzial nach Umbau

in Punkten von 100

Haltung

91

Management

81

Tier

88

Gesamt-Index

87

 

N-Emissionen nach Umbau

in kg N pro Tier und Jahr

Stall

22

Lagerung

7

Ausbringung

11

Weideeffekt

-8

Summe

32